DAX – Wer kauft da eigentlich?
Wer kauft da eigentlich? Diese Frage muss gestellt werden dürfen, da in den vergangenen Wochen immer wieder einmal die Aussage der Liquiditäts-Hausse gefallen ist. Das Geld, welches die EZB zur Verfügung stellt, fließt nach Ansicht einiger Exper-ten nicht in den Konsum, sondern in die Aktienmärkte. Bei genauerer Untersuchung fällt aber auf, dass diese Argumentation nicht nachzuvollziehen ist.
Im Laufe der Anstiegsbewegung der letzten Wochen sind Umsatzspitzen immer nur an den Tagen zu beobachten gewesen, die tendenziell im Tagesverlauf schwach oder zumindest von Abgaben geprägt waren. Sobald die Notierungen wieder anzogen, waren die Umsätze rückläufig. Natürlich kann auch so ein Aufwärtstrend laufen. Die Frage ist nur: Wie lange kann das gut gehen? Wenn es sich hier um eine echte Hausse-Bewegung handeln würde, müsste es eigentlich umgekehrt sein. An freundlichen Tagen würden die Umsätze anziehen und an Korrekturtagen zurückgehen. Ausserdem fällt auf, dass die Rückschläge immer wieder unter die letzten Tops fallen. Das ist vom Ansatz der Dow-Theorie her noch kein Problem, da die letzten Tiefs nicht unterschritten werden; der Beginn einer Hausse sieht aber anders aus.
Die dreifache Divergenz beim Stochastik-Indikator scheint mit den letzten beiden Tagen aufgelöst zu sein, ohne dass diese im Kursverlauf Wirkung gezeigt hätte. Da dieses Verhalten eher untypisch ist, sollte die Divergenz noch nicht zu den Akten gelegt werden.
Es gilt wie immer: Solange der Trend intakt ist, sind weitere Topnotierungen möglich. Die 7.000 als magische „große runde“ Zahl scheint noch auf der „Abarbeitungsliste“ der Marktteilnehmer zu stehen. Vielleicht wollen auch die Tops vom März noch einmal getestet werden. Wenn es darüber hinaus gehen soll, muss aber dringend Volumen in den Markt fließen, was mit entsprechender Marktbreite einher ginge. Da dies mit einer weiterhin geringen Wahrscheinlichkeit anzusehen ist, bleibt es bei der Aussage eines signifikanten Tiefs in den kommenden Monaten.

Quellen: IDMS und Reuters
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